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Tarangire – Ngorongoro – Serengeti
Ein Erlebnisbericht von Roland Lustenberger
Meine Frau und ich hegten schon lange die Idee auf Safari in Ostafrika zu gehen. Jedoch konnten uns die Angebote der grossen Reiseveranstalter mit ihrem checklistenmässigen Absuchen der Tiere nie begeistern. Fast zufälligerweise lernten wir das kleine aber feine Unternehmen Valhalla Safaris kennen. Dieses Angebot überzeugte uns und so buchten wir eine vierzehntägige Safari.
 
Nach der Ankunft in Nairobi folgte eine längere Autofahrt zum ersten Etappenziel, dem Tarangire National Park. Der Tarangire ist ein wunderschöner Park und touristisch nicht überfüllt, da er bei den grossen Reiseveranstaltern kaum im Programm ist. Wir bezogen Quartier in der Tarangire Safari Lodge. Die Unterkunft bestand aus Zelten mit Platz für zwei Personen und zusätzlichem Baderaum. Ein echter Luxus mitten im Busch. Von dieser Lodge aus präsentiert sich eine herrliche Aussicht auf den Tarangire River. Dieser Fluss bietet die einzige, ganzjährige Wasserversorgung für die Tiere und schlängelt sich durch das ganze Reservat. Ist man zu einer Zeit unterwegs, in der schon die Trockenzeit eingesetzt hat, kann von hier die Tierwanderung zum Fluss beobachtet werden. Auf den vielen Pirschfahrten sahen wir die vielfältige Natur des Parks, welcher von trockenen, kargen bis zu sumpfigen, üppig bewachsenen Gebieten alles bietet. Im Tarangire sind auch viele grosse Elefantenherden zu beobachten. Zu zweit nur mit dem Reiseleiter unterwegs, genossen wir es, die Tiere so lange beobachten zu können, wie wir wollten. Weil die Zeit mehr oder weniger keine Rolle spielte, ergab sich die Gelegenheit, viele verschiedene Tierarten aufzuspüren.
 
Das nächste Etappenziel war der Ngorongoro Krater. Nach einer guten Tagesreise erreichten wir ohne Hektik die Lodge am Kraterrand. Da in der Nacht niemand im Krater sein darf, fuhren wir erst am folgenden Tag hinunter. So genossen wir am spätern Nachmittag von der Loge aus eine herrliche Aussicht über den Krater. Als wir am Tag darauf, zu Beginn der Oeffnugszeit, am Kratereingang ankamen, merkten wir, dies ist auch ein Ziel der grossen Reisveranstalter. Obwohl sich nur eine limitierte Anzahl von Fahrzeugen im Krater aufhalten darf, hatten wir den Eindruck, dass man es mit der Eingangskontrolle nicht sonderlich genau nahm. Dies führte dann teilweise zu stauähnlichen Verhältnissen, wie wir sie von unseren Strassen her kennen. Hier konnten wir noch die einzigen zwei Nashörner beobachten. Allerdings war dies nur aus grosser Entfernung möglich, da diese von Parkrangern Tag und Nacht streng bewacht wurden. Wer noch nie im Krater unten war, sollte einen Tag in einen Besuch investieren.
 
Nach unserem Kraterbesuch fuhren wir ins Zentrum der Serengeti. Bei der Einfahrt in das Gebiet der Serengeti staunten wir über die sich gigantisch weit ausdehnende, ebene Steppe. In Seronera, dem Zentrum waren wir in der feudalen Sernea-Lodge untergebracht. Für Steppenverhältnisse ging es hier schon fast hektisch zu und her. Bedingt auch durch die Erreichbarkeit des Zentrums mittels Kleinflugzeugen. Ich bin der Meinung, die Natur verdient mehr Respekt von Menschen, als schnell mit dem Flugzeug zu landen, mit der Big Five Checkliste im Hinterkopf in die Steppe zu brausen und möglichst noch am gleichen Tag, sicherlich aber am nächsten Morgen, wieder abzufliegen. Nachdem wir vom Zentrum aus viele schöne und erlebnisreiche Pirschfahrten unternommen hatten, nahmen wir den Weg in Richtung Westkorridor unter die Räder. Dieses Gebiet war ein absolutes Highlight der Safari. Wir hausten alleine im Zelt nahe am Grumeti River. Hier war auch die Tierwelt weder an Menschen noch an Fahrzeuge gewöhnt. Es war ein spezielles Erlebnis, nach einem traumhaften Sonnenuntergang, in der Nacht unter einem imposanten Sternenhimmel am Lagerfeuer zu sitzen. In der absoluten Stille hörte man das Leben in der Steppe. Eine eigenartige, faszinierende Melodie konnte man wahrnehmen. Speziell die gebrüllähnlichen Verständigungslaute der pirschenden Löwenrudel werden immer in Erinnerung bleiben. Am Tag beobachteten wir Tiere, die noch frei lebten wie Tiere. Nach diesem erlebnisreichen Aufenthalt fuhren wir zu unserem letzen Etappenziel, der Ndutu Lodge. Hier begrüsste uns wieder der Komfort eines Häuschens. Die Tierwanderung besucht diesen südlichen Teil normalerweise so ab Januar. Doch wir beobachteten anfangs September schon eine Vielzahl von Tieren. So sahen wir auch, wie eine Löwensippe noch die letzten Reste einer Giraffe frassen. Im Süden der Serengeti erlebten wir auch wunderschöne Sonnenaufgänge. Nach den letzten Pirschfahrten musste wohl oder übel die Heimreise unter die Räder genommen werden. Nach zwei Wochen Leben im Rhythmus mit der Natur war das hektische Treiben bei der Rückkehr in die Stadt wie ein Schlag ins Gesicht. Es ist, als ob man aus einem Traum erwache. Die erlebte Realität dieser Safari wird tief in Erinnerung bleiben. Tiere, Pflanzen und Vögel haben wir sehr viele beobachten können. Sie alle hier aufzulisten, würde den Rahmen sprengen.