Die Insel Rubondo liegt in der südwestlichen Ecke des sich zwischen Tansania, Uganda und Kenia ausbreitenden Victoriasees, des zweitgrössten Binnengewässers der Erde. Einsame Sandstrände schmiegen sich an unberührte Wälder, in denen der gefleckte Buschbock sich flink und leise einen Weg durch das Labyrinth aus Tamarinden, wilden Palmen und pfahlwurzelumrankten Wildfeigenbäumen sucht. Die zottelige, am Wasser lebende Sitatunga, andernorts die scheueste aller Antilopen, kann hier bemerkenswert einfach beobachtet werden, nicht nur in ihrem typischen Lebensraum, den Papyrussümpfen, sondern auch im Inneren des Waldes. Vögel sind allgegenwärtig. Schwärme von afrikanischen Graupapageien, die auf der Insel ausgesetzt wurden, nachdem man sie bei illegalen Exporteuren beschlagnahmt hatte, veranstalten ein komisch unharmonisches Gekreisch, während sie wild zwischen den Bäumen hin und her flattern. Das strahlende Himmelblau eines tief im Schilf sitzenden Zwerghaubenfischers misst sich mit dem schillernden wallenden Schwanz eines Paradiesschnäppers, der durch den Wald am Seeufer schießt. Reiher, Störche und Löffler brüten zahlreich in den sumpfigen Uferzonen. Zu ihnen gesellen sich jedes Jahr Tausende von eurasischen Zugvögeln. Im Wald wachsen wilder Jasmin und 40 verschiedene Orchideenarten. Einheimische Säugetiere - Flusspferde, Grüne Meerkatzen, Ginsterkatzen und Mangusten - teilen ihren geschützten Lebensraum mit angesiedelten Arten wie Schimpansen, schwarzweißen Colobus-Affen, Elefanten und Giraffen, die alle aus Rubondos Abgeschiedenheit Nutzen ziehen. |