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«Weisse Politik gescheitert»

News

«Weisse Politik gescheitert»

Ruedi R. Suter

«Die politischen Strukturen des Westens werden in Afrika nie funktionieren. Wir brauchen einen afrikanischen Politik-Ansatz!».

Dies sagt der Kenianer David Maillu (68), Autor von über 60 Büchern, Maler, Architekt, Musiker und nun auch noch Präsidentschaftskandidat seiner von ihm ins Leben gerufenen Partei «Gemeinschaftliche Demokratie».

Tausendsassa Maillu, langjähriger Beobachter afrikanischer Herrschaften und Verfasser der Schrift «Afrikas eigene politische Ideologie» (1977) hat endgültig genug von Autokratie, Korruption, Arbeitslosigkeit, Kriminalität und enttäuschten Hoffnungen in Staatsleute, die sich mit grossartigen Versprechen an die Macht reden, um sie dann bald zu vergessen.

So geschehen auch in Kenia, wo Mwai Kibaki seinen Vorgänger Daniel Arap Moi nach 24 Jahren Herrschaft aus dem Sattel hob, ohne nachher seine Versprechen für mehr Demokratie und Ehrlichkeit verwirklichen zu können. David Maillu will nun laut Berichten der in Nairobi lebenden freien Journalistin Anja Bengelstorff eine zivile Revolution lostreten, die die traditionellen afrikanischen Herrschaftsformen mit ihren gleich berechtigten Alters- und Geschlechtsklassen wieder aufleben lässt.

Bengelstorff schreibt auf www.freitag.de: «Kibaki will unbedingt sein Amt halten - die Kenianer werden Ende des Jahres darüber entscheiden, ob ihm das gelingt. Die Wirtschaft wächst zweifellos, die Armut der meisten Wähler leider auch. Und dazu fällt weder der Regierung noch der Opposition etwas ein: Korruption und Tribalismus gehören zum Alltag, junge Leute finden keine Jobs, die Kriminalität nimmt zu. Der Status quo ist bequem für die regierende Klasse. Unbequem werden könnte dagegen ein Mann, der findet, er habe lange genug zugesehen und sich die Politik vom Leibe gehalten.»

David Maillu, der Zornige, denkt an ein dreiteiliges Parlament, das zu gleichen Teilen aus Frauen, Männern und Jugendlichen besteht. Diese afrikanische Sozialordnung würde helfen, die ethnischen Differenzen zu überbrücken, erklärt der Querdenker: «Im traditionellen Afrika waren die drei Gruppen autonom und haben einander ergänzt.» Ob sein Denken für ein Land, das immer noch sehr von kolonialen und traditionellen Hierarchien geprägt ist, zum gewünschten Erfolg führen wird, werde sich zeigen, meint Journalistin Bengelstorff skeptisch. r.s.

© Foto by dgmsite: David G. Maillu