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Rhino-Wilderei im Rückwärtsgang?

News

Rhino-Wilderei im Rückwärtsgang?

Ruedi R. Suter

2017 wurden in Südafrika 26 Nashörner weniger gewildert als im Vorjahr. Entwarnung gibt es keine: Die Rhino-Wilderei breitet sich in anderen Ländern aus.

Von Ruedi Suter – FSS

Eine  Nachricht, die noch weit schlimmer hätte ausfallen können: 2017 fielen in Südafrika den Wilderern 1'028 Nashörner zum Opfer. Das sind gerade einmal 26 Tiere weniger als 2016. Wenn aber allein in Südafrika immer noch jährlich über tausend Rhinos der drohenden Ausrottung ihrer Art entgegengetrieben werden, ist keine Entwarnung und kein Aufatmen angebracht. Darauf verwies selbst Edna Molewa, der südafrikanische Umweltminister. Denn immer noch verliere das Land Tag für Tag gegen drei dieser urtümlichen Tiere. 

Eingedämmt wurde die Wilderei im schwer heimgesuchten und an Mosambik angrenzenden Kruger-Nationalpark. Die Offenlegung einiger Wildereimethoden sowie verstärkte Sicherheitsmassnahmen und Investitionen von Naturschutzorganisationen haben sich offensichtlich positiv ausgewirkt. Dagegen hat die Wilderei  in anderen Nationalparks zugenommen, besonders in der Provinz KwaZulu-Natal. Den südafrikanischen Behörden macht jetzt die rasche Anpassungsfähigkeit der Rhinokiller an die neuen Verhältnisse zu schaffen. 

Gut vernetzte Wilderer-Gangs

So weichen die Gangs  den Rangern und Sicherheitskräften mit mehr Flexibilität und veränderten Schmuggeltaktiken aus. Sie operieren zunehmend von benachbarten Ländern aus und bedrängen  gleichzeitig auch deren – schlechter geschützten – Nashornbestände. «Wir sind mit Sicherheit noch nicht aus dem Gestrüpp heraus», fasst die Organisation «Save the Rhino» zusammen. 

Ausschlaggebend für das Umbringen der Spitz- oder Breitmaulnashörner sei heute der gewaltige Bedarf an Nasenhornsubstanz für «medizinische» und Status-Zwecke in China und Vietnam, erklären ExpertInnen. Ein Kilo Rhinohorn soll bis zu 50'000 Dollar gehandelt werden. 

Hinter der Wilderei stehen vorab asiatische Syndikate, die  sich in Südafrika die Orts- und Tierkenntnisse von Einheimischen zunutze machen. Bereits verhaftet wurden oder im Verdacht stehen – gewisse Siedler, Farmer, aber auch korrupte Wildhüter, Berufsjäger, Touristenführer, Politiker oder Armeeangehörige. 

Nashorn-Wilderei stieg um 9'000 Prozent

Südafrika ist das Nashorn-Land  der Erde schlechthin. Kein anderer Staat, der noch so viele Nashörner –  zirka 70 Prozent des Weltbestandes – beherbergt und sie über Jahrzehnte dank gut ausgebildeten Ranger-Einheiten so gut schützen konnte.  Das Abschlachten der südafrikanischen Nashörner im grossen Stil kündigte sich 2007 an, als plötzlich 13 Tiere gewildert wurden. 

Ein Jahr später waren es bereits 83 und 2009 ingesamt 122 gewilderte Nashörner. Doch ab 2010 ging es mit 333 Toten erst richtig los:  2011 (448 Tiere), 2012 (668) und 2013 (1004). 2014 wurden mit 1215 Tieren bislang die meisten Rhinos getötet. «Zwischen 2007 und 2014 nahm die Rhino-Wilderei um 9'000 Prozent zu», rechnet  «Safe the Rhino» vor. 

Ausweitung der Wilderei auf andere Staaten

«Safe the Rhino» führt die ausufernde Nashorn-Wilderei in Südafrika auf die wirtschaftliche Krise in Simbabwe zurück. Robert Mugabes Diktatur, die zur völligen Verarmung der Bevölkerung führte, habe der Nashorn-Wilderei Tür und Tor geöffnet. 

Als in Simbabwe nicht mehr so einfach so viel zu holen gab, hätten sich die Gangs ab 2009 in Südafrika ans Werk gemacht – mit den bekannten Folgen. Ab 2013 habe sich dann «Südafrika-Rhinokrise» auch auf weitere Länder ausgeweitet. 

Auf Kenia etwa, wo im selben Jahr 59 Rhinos umgebracht wurden. Aber auch auf Namibia, das 2012 nur zwei, 2015 dann aber plötzlich 80 gewilderte Tiere zu beklagen hatte, derweil in Simbabwe wieder mindestens 50 Nashörner ihr Leben verloren. 

Tansanias letzte Nashörner bislang verschont

Verschont geblieben vor grossen Angriffen auf die letzten wenigen Nashörner ist bislang Tansania. Dessen scharf bewachte Schwarze Nashörner im Gehege des Mkomazi-Nationalparks an der Grenze zu Kenia oder jene frei lebenden Rhinos im Serengeti-Ökosystem sind bislang von den gut  organisierten Wilderei-Syndikaten ausgespart worden. 

Weil es anderswo noch genügend der friedlichen Nashörner zu wildern gibt? In der Serengeti verlassen sich die Parkbehörden nicht auf die Hoffnung, für immer verschont zu bleiben. Zurzeit bauen sie ein elektronisches System aus, mit dem die Nashörner beinahe rund um die Uhr bewacht werden sollen.

© Foto by Gian Schachenmann: Breitmaulnashörner in Kenia