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Elfenbein will die  «Armee des Herrn»

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Elfenbein will die «Armee des Herrn»

Ruedi R. Suter

 

Ein ehemaliger Kindersoldat bestätigt: Die Terroraktionen  der Lord’s Resistance Army (LRA) von Joseph Kony werden mit Elfenbein finanziert

Ruedi Suter – FSS

Er ist einer der gesuchtesten Verbrecher Afrikas: Joseph Rao Kony (57), der heute aus Südsudan operierende Oberbefehlshaber der «Widerstandsarmee des Herrn» (Lord's Resistance Army, LRA). 

Der ugandische Sektenführer wird seit 2005 vom Internationalen Strafgerichtshof als «mutmasslicher Kriegsverbrecher» gesucht. Er sei verantwortlich für zahlreiche Folterungen und Vergewaltigungen, für die Flucht von rund zwei Millionen Menschen in Nord-Uganda sowie die Entführung von schätzungsweise 66 000 Kinder, welche zum Kriegsdienst gezwungen wurden.

Dass Kony seinen Terror wie auch seine Geschäfte mit dem Verkauf vom Elfenbein gewilderter Elefanten finanziert, ist seit 2015 belegt. 

Raubzüge im kongolesischen Garamba-Nationalpark

Damals wies der Investigativjournalist Bryan Christy von National Geographic erstmals den direkten Zusammenhang zwischen Konys Terror und der Elefantenwilderei nach - über einen GPS-Sender, der in einem Stosszahn versteckt wurde und den Weg des LRA-Elfenbeinhandels offenlegte. Jetzt gab ein desertierter Kämpfer Einblicke in die Wilderei im Busch, und zwar in einem Gespräch mit dem ugandischen Daily Monitor

Patrick Kidega (32), der mit 16 von der LRA gekidnapt wurde, versicherte im Interview, dass Kony ganze Elefantenherden abschlachten liess, um das Elfenbein an Araber verkaufen und seine Operationen finanzieren zu können.

Er selbst, so Kidega über sich, habe einer 35-köpfigen Truppe unter Kommandant Odoki Uwe angehört, der seit 2015 verschiedene Expeditionen in dem Garamba-Nationalpark (DR Kongo) anführte , um Elefanten zu wildern. Kony sei, vom Südsudan geduldet, seit 2013 von Dafac im südlichen Darfur aus aktiv. 

Die Raubzüge der gut bewaffneten Wilderertruppe hätten in den Garamba und zurück jeweils bis zu vier Monate gedauert. Drei Jahre war Patrick Kidega auf der beschwerlichen Elefantenjagd im nördlichen Park von Kongo-Kinshasa. 

Dabei habe man über 100 Elefanten getötet. Das nach Südsudan geschleppte Elfenbein sei von Konys Leuten - zusammen mit geraubten Diamanten und Goldstücken – gegen Waffen, Munition, Medikamente und Nahrung eingetauscht worden.

Arabische Elfenbeinhändler verkaufen via Khartum nach Asien

Laut einem Bericht von Enough Project aus dem Jahr 2015 hätten die LRA-Kämpfer das gewilderte Elfenbein durch die Länder Kongo-Kinshasa und die Zentralafrikanische Republik geschmuggelt, um es an sudanesische Kaufleute oder teils sogar direkt an Offiziere der sudanesischen Armee zu verkaufen.

Enough Project mutmasst, das Elfenbein sei in die sudanesische Hauptstadt Khartum geschafft und von dort Richtung Asien «exportiert» worden.  

Patrick Kidega, der die Praktiken Konys offenlegte, desertierte im November 2017 in Zentralafrika. Später nahm sich ihm die Hilfsorganisation Pathways to Peace- Uganda an. Diese gewährte ihm psychosoziale Hilfe und vereinigte ihn, wie andere geflohene LRA-Kämpfern auch, mit seiner Familie im Distrikt Kitgum. 

Kony zeigt sich als ein Meister des Versteckens

Joseph Kony wird als mutmasslicher Kriegsverbrecher und Chef-Wilderer weiterhin gesucht. Den Archoli-Warlord zu fassen, scheint jedoch äusserst schwierig. Nicht einmal einer 2011 vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama beauftragten amerikanischen Spezialeinheit von 150 Mann gelang es, trotz modernster Technik und der Ausbildung von Soldaten und Unterstützung einer Sondertruppe der Afrikanischen Union mit 3 000 Mann, den Sektenführer zu stellen und seine in Uganda, Kongo-Kinshasa, Zentralafrika und Südsudan marodierende Lord Resistans Army ganz zu neutralisieren. 

Im März beendete das bei Stuttgart stationierte Afrikanische Kommando der Vereinigten Staaten (Africom) den Einsatz der Spezialeinheit. Immerhin, so Africom-Kommandant General Thomas Waldhauser, sei die LRA von einst rund 20 000 Kämpfern auf 100 geschrumpft. Die Gefahr, dass sich Kony wieder eine starke Truppe aufbauen könne, sei aber nicht gebannt, warnte Waldhauser.

Nicht aufhören und bestenfalls reduziert weiter betrieben wird die Wilderei von Elefanten. Ihr Elfenbein wurde immer schon verkauft, um Kriege finanzieren, Terror verbreiten und Konflikte schüren zu können. 

© Titelbild by RS/FSS: Komposition Kony-Elefanten-Elfenbein