Die bestehende Piste durch die Nordserengeti soll nun doch nicht zu einer breiten Handelsstrasse ausgebaut werden.
Dies versichert Tansanias Minister für Umwelt- und Tourismus, Ezekiel Maige, in einem Schreiben vom 22. Juni 2011 an die Direktion des Welterbe-Komitees der UNESCO in Paris. Die Depesche erreichte das Komitee pünktlich zu seiner 35. Sitzung am 23. Juni. Sie sollte wohl auch verhindern, dass die Komiteemitglieder die Serengeti aufgrund des weltweit kritisierten Strassenplans auf die Liste der "gefährdeten Welterbegebiete" setzt. Mit einer Teerstrasse besser erschlossen werden soll aber das westlich der Serengeti liegende Loliondo-Gebiet.
Von Loliondo bis zur Serengeti-Grenze verbleibe die Naturstrasse. Diese stehe innerhalb des Parks unter der Hoheit der Nationalparkbehörde TANAPA, verspricht Maige. Nach der Grenze im Osten bis nach Mugumu am Victoriasee soll ebenfalls nicht geteert werden. Hingegen soll nach den Erwägungen der Regierung Mugumu mit Arusha durch eine geteerte Handelsstrasse verbunden werden, welche den Serengeti-Nationalpark südlich umfährt.
Damit würde ein Vorschlag realisiert, den Umweltorganisationen zur Umfahrung der Serengeti seit geraumer Zeit schon vorschlugen. Bislang spielte die tansanische Regierung ein Powerplay und gab sich stets fest entschlossen, aus wirtschaftlichen Gründen den Highway durch das Weltnaturerbe zu treiben. Entsprechend vorsichtig nehmen nun kritische Umwelt- und Tierschutzorganisationen den Rückzug der Regierung zur Kenntnis. So auch der FSS.
Ein Brief und verbale Zusicherungen sind noch keine Garantie, dass dann tatsächlich alles so laufe, wie versprochen. Jedenfalls wird der Druck auf das Ökosystem Serengeti auch mit dem reduzierten Ausbau (ohne Serengeti-Durchquerung) und den neuen Teerstrassen zunehmen. Vorerst heisst es aber: Abwarten und Tschai (Tee) trinken.
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