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Bald Safaris ohne Plastikmüll?

News

Bald Safaris ohne Plastikmüll?

Ruedi R. Suter

Selbst der «Natur-Kontinent» Afrika mit seinen Wildtieren droht im Plastik zu ersticken. Etliche Länder haben den endlos scheinenden Kampf gegen den kaum abbaubaren Kunststoff aufgenommen. So auch Tansania, das ab jetzt Reisenden mit Plastiktüten die Leviten lesen will.

Dodoma, 17. Mai 2019 | fss – Plastik, Plastik, überall Plastik. Plastikabfall am Boden, Plastikpartikel im Wasser, Plastiksäcke in den Baumkronen, vom Wind in die Äste geweht, Mikroplastik im Essen, in den Mägen der Wildtiere und der Menschen, kurzum – kaum mehr ein Plätzchen auf dieser Erde ohne Plastik. Auch im einst so wilden und weitläufigen Naturkontinent Afrika nicht, was im Magazin «Habari» schon vor Jahren thematisiert wurde.

Steht dem Menschen die Plastikflut am Hals, sollte er zu handeln beginnen.

In Afrika ist man da in gewissen Gebieten schon vorbildhaft initiativ. Immer mehr Länder erklären den Plastik zum Staatsfeind. Zum Beispiel in Ghana, Uganda, Marokko und Eritrea. Selbst im kriegszerrütteten Kongo-Kinshasa versucht im Osten die Stadt Goma ein Verbot umzusetzen.

Auch Tansania wacht auf

Im nahen Tansania hat sich in dieser Woche die Regierung ebenfalls durchgerungen, dem gewaltigen Plastikproblem vermehrt den Kampf anzusagen. So veröffentlichte das Büro des Vizepräsidenten am 16. Mai 2019 eine «Notiz an die Reisenden, welche Tansania besuchen möchten».

Die Weisung fordert, keine Plastiktragtaschen und Ähnliches mehr mitzuführen: «to avoid carrying plastic carrier bags or packing plastic carrier bags or items in plastic carrier bags...». Wer dennoch so etwas mitbringe, müsse es bei seiner Ankunft abgeben. In besonderen Fällen können Ausnahmen gemacht werden. In seiner Notiz (siehe unten) versichert das Büro des Vizepräsidenten, die Umwelt schützen zu wollen, «um unser Land sauber und schön» zu halten.

Ist der Plastikmüll noch zu bewältigen?

Doch vor allem um Städte und Dörfer ist nichts mehr «sauber gehalten». Dass es dazu noch gigantische Anstrengungen braucht, ist auf Anhieb überall sichtbar. Und dass Plastik nicht nur in Einkaufs- und Tragtüten, sondern heute in fast jedem Gebrauchsgegenstand, in der Bauindustrie, Landwirtschaft und Autoindustrie beispielsweise verwendet wird, sieht sich Afrika wie die ganze Welt bei der Eliminierung des Erdölprodukts Plastik vor einer womöglich unlösbaren Aufgabe gestellt.

Eingedämmt werden aber kann wenigstens das «Plastifizieren» des Planeten.

Nicht zuletzt in Afrika, wo Kenia 2017 ein strenges Kein-Plastik-Gesetz erliess. Wer sich da noch an einer Plastiktüte vergreift, kann für vier Jahre ins Gefängnis wandern. Oder PlastiksünderInnen müssen bis zu 40 000 US-Dollar hinblättern.

Ruanda macht der Schweiz etwas vor

Den konsequentesten Plastik-Bann haben aber die Menschen Ruandas umgesetzt. Seit Jahren schon wird – dank klarem Gesetz und guten Kontrollen mit harten Strafen – auf den Umweltkiller Plastik verzichtet.

Mit verblüffendem Erfolg, melden uns Reisende aus Ruanda. Das Land sei vielerorts sauberer als die Schweiz, das dem Kunststoff auch mangels Alternativen immer noch kräftig zuspricht – und in dem Kühe und Wildtiere zuweilen an verspeistem Plastikmüll sterben.

Titelbild: Kollage – Impalaherde mit alter Blumenzucht-Anlage und zerschlissenem Sondermüll-Plastik, von denen es viele hat in Ostafrika | © Fotos by R.Suter

Das Schreiben aus dem Büro des tansanischen Vizepräsidiums:

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