Vor Ort in Tansania: Fortschritte in Naturschutz und Infrastruktur
Projektreise 2025: Zu Besuch vor Ort bei den Projekten der Freunde der Serengeti Schweiz (FSS)
Ein Bericht von Esther Stutz.
Im Rahmen meiner Projektreise reiste ich (auf eigene Kosten) nach Tansania. Dort fanden im Herbst 2025 mehrere Besuche bei Partnerorganisationen und Projektstandorten statt. Ein zentraler Austausch erfolgte mit der Frankfurter Zoologischen Gesellschaft (FZG) in Seronera. Diskutiert wurden insbesondere nachhaltige Lösungen für Rangerunterkünfte. Neben temporären Hütten und modularen Outposts überzeugten vor allem Gebäude aus lokal produzierten Hydraform-Steinen durch ihre Langlebigkeit und Umweltverträglichkeit, da sie stabil ineinander greifen und kaum Zement benötigen.
Im Anschluss wurden mehrere Rangerposten in der Serengeti besucht. Der neu mit Hydraform-Steinen errichtete Cheetah Outpost, finanziert durch Freunde Serengeti Schweiz und umgesetzt mit der Frankfurter Zoologischen Gesellschaft, bietet eine moderne und funktionale Arbeits- und Wohnbasis für Ranger. Im Januar 2026 wurde das Gebäude offiziell an die Parkbehörden übergeben und stärkt seither die Schutz- und Überwachungsarbeit vor Ort.
Weitere Stationen waren der Doria Outpost und der Simiyu Rangerposten, die im Zuge des Rhino-Schutzprojekts ausgebaut werden sollen, um das Abwandern der Nashörner ins weniger geschützte Maswa Game Reserve zu verhindern. Ergänzend wurde das durch den FSS geplante Orbayee-Damm-Projekt besichtigt, welches durch die Schaffung eines permanenten Wasserlochs dazu beitragen soll, Nashörner im Kerngebiet der Serengeti zu halten.
Ein weiteres Augenmerk galt dem Bienenzaunprojekt in Vumari an der Grenze zum Mkomazi-Nationalpark. Bienenzäune bieten grosses Potenzial zur Reduktion von Mensch-Wildtier-Konflikten und zur Einkommensförderung. Der Besuch zeigte jedoch auch Optimierungsbedarf in der Umsetzung, der nun gemeinsam mit den Partnern angegangen wird.
Abschliessend führte die Reise in den Mkomazi-Nationalpark, wo Chief Park Warden Emanuel Moirana Einblick in die Herausforderungen des Parkbetriebs gab. Mkomazi ist Heimat des bedrohten schwarzen Nashorns und beeindruckt durch seine reiche Tierwelt und aussergewöhnliche Landschaft. Neben dem zu klein gewordenen Gehege für die Hyänenhunde wurden das Mbula- sowie das grössere Kisima-Rhino-Sanctuary besucht. Letzteres leidet insbesondere unter schwieriger Wasserversorgung.
Ergänzend leistet der Park wichtige Bildungsarbeit: Mit einem eigenen Schulbus werden regelmässig Schülerinnen und Schüler aus umliegenden Gemeinden zu Exkursionen in den Nationalpark eingeladen.
Die Reise vermittelte eindrucksvoll, wie wichtig gezielte Infrastruktur, langfristige Partnerschaften und Bildungsarbeit für einen erfolgreichen und nachhaltigen Naturschutz sind.

