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Beim schnellsten Vogel der Welt

Ruedi R. Suter

Greifvögel wie Steinadler, Falken oder Eulen haben alle besondere Fähigkeiten. Einmal verletzt, sind sie schnell hilflos und vom Tod bedroht. Sie zu retten, darum bemüht sich die Greifvogelstation im Zürcher Weinland. Hierhin hat der FSS-Vorstand zum 35-jährigen Jubiläum der Organisation gebeten. Vorgestellt wurde auch der Wanderfalke - der schnellste Vogel, das schnellste Tier auf unserer Erde.

Es war keine Reise in den afrikanischen Busch. Es war die Reise von rund 50 FSS-Mitgliedern und weiteren Interessierten, die an diesem zunächst regenreichen Samstag ins Zürcher Weinland fuhren. Ihr Ziel war die malerische 560-Seelen-Gemeinde Berg am Irchel. Hierhin hatte der Vorstand geladen, zu einer besonderen Vogelschau, mit der in aller Bescheidenheit auch die 35jährige Existenz des Vereins Freunde der Serengeti (FSS) gefeiert werden sollte. (Titelbild: Habichtkäuze)

Dass die meisten Vereinsmitglieder ein breites Interesse an der Natur und ihren Zusammenhängen haben, stellte sich ­– nach der Begrüssung durch FSS-Präsident Adrian Schläpfer – bei den Führungen durch die bald 60 Jahre alte Greifvogelstation heraus. Diese nimmt auch Greifvögel auf, die in Afrika vorkommen – jedoch bei einer Verletzung kaum je in die Obhut einer professionellen Vogelpflege kommen, wie sie in Berg am Irchel geboten wird.

Schnellstes Tier:  Vogelkenner Claude Järmann zeigt auf einen Wanderfalken

Schnellstes Tier: Vogelkenner Claude Järmann zeigt auf einen Wanderfalken

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Berg am Irchel : Gemeinde-Idylle mit Natur:

Berg am Irchel: Gemeinde-Idylle mit Natur:

Wie lebendig:  Ausgestopfter Uhu

Wie lebendig: Ausgestopfter Uhu

Dass sich Bussarde, Eulen, Falken, Milane, Sperber, Habichte und sogar Steinadler verletzen und ohne Hilfe sterben können, das machten die drei Vogelspezialisten Claude Järmann, Karin Lurz und Amber Gooijer mit anschaulichen Geschichten und anhand lebender Patientienten oder kunstvoll ausgestopfter Vogel-Exemplare deutlich.

Klar wurde dabei: Je mehr der Mensch die Natur in den Griff nimmt, Monokulturen anlegt, Pestizide verspritzt, Fahr- oder Flugzeuge einsetzt, Vögel abschiesst und natürliche Lebensräume verbetoniert und verglast, desto gefährdeter sind auch die Greifvögel. Sie werden häufiger getötet, verletzt, vergiftet oder ausgehungert. So müssen in der 1956 von einer engagierten Frau, Veronika von Stockar, gegründeten «Greifvogelstation Berg am Irchel» immer mehr «Raubvögel» wieder gesund gepflegt werden.

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Rund 4'000 Greifvögel sind bis heute in die Station gebracht worden – einige mit Fleischwunden oder Hirnerschütterungen, die meisten jedoch mit Brüchen der Flügel- und Schulterknochen nach dem Zusammenprall mit Fahrzeugen oder Fensterscheiben. Die verletzten Vögel werden vom Tierspital in Zürich untersucht und chirurgisch behandelt, bevor sie zur Rehabilitation in die Greifvogelstation gebracht werde

Um was für faszinierende Flug-, Jagd- und Überlebenskünstler es sonst noch geht, veranschaulichten die ExpertInnen auf ihren Führungen mit ihren Vorführungen und Detailkenntnissen. Zum Beispiel, dass eine einzige Mäusebussardfeder beim Flügelschlag zu hören ist und eine Schleiereulenfeder völlig lautlos die Luft schlägt. Beim Steinalder, dessen Krallen mühelos den Schädel einer Gams durchschlagen, erfuhren die Besuchenden, dass dessen Bestand in den Alpen stabilisiert werden konnte.

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Und beim Wanderfalken lernten die FSS-Mitglieder «das schnellste Tier der Welt» kennen. Im Sturzflug erreicht der auch in Afrika vorkommende «Vogel des Jahres 2018» mit angewinkelten Flügeln laut Claude Järmann bis zu 340 Stundenkilometer. So konnten viele weitere verblüffende Erkenntnisse über die verschiedenen Greifvogelarten nach Hause genommen werden.

Der von den FSS-Vorstandsmitgliedern Karin und Erich Tschannen organisierte Herbstausflug endete mit einem von Kassiererin Barbara Trentini persönlich gesponserten Buffet - und im Sonnenschein, der das Weinland nach dem Regengrau in herbstliches Gold tauchte. fss

Der Steinadler  zum Schluss  |   © Fotos by Ruedi Suter      Titelbild:  Habichtkauz

Der Steinadler zum Schluss | © Fotos by Ruedi Suter

Titelbild: Habichtkauz

Rhinos: Heikle Luftreisen

Ruedi R. Suter

«Sambesi» hat die anstrengende Luftreise nicht überlebt. Wie der Grumeti Fund jetzt mitteilt, ist das Spitzmaulnashorn aus dem Port Lympne-Reservat auf dem Transport vom englischen Kent nach Tansania in den Westkorridor der Serengeti gestorben. Nicht so das Ende letztes Jahr aus dem Zoo Zürich stammende Rhinoweibchen «Olmoti», das heil in Afrika landete.

Weshalb «Sambesi» den Flug nach Ostafrika trotz professioneller Betreuung nicht überlebte, weiss man nicht. Die Todesursache soll nun aber untersucht werden. Der Grumeti Fund hat die von einem erfahrenen Team durchgeführte Aktion zusammen mit der Aspinall Foundation organisiert.

Die Stiftung hat bereits acht Spitzmaulnashörner aus ihren Wildtierparks bei Kent nach Afrika geflogen, um die auf wenige Exemplare zusammengeschrumpften Bestände in der Wildnis zu beleben. 2018 landete der aus dem kalifornischen San Diego Safari-Park eingeflogene «Eric» zur Auswilderung in der westlichen Serengeti.

Rhino-Blutauffrischung ohne «Sambesi»

«Sambesi» hätte im paramilitärisch und mit modernsten Methoden gesicherten Gebiet des Grumeti Fund für Blutauffrischung sorgen sollen. Auch die nördlich vom Grumeti-Fluss gelegene Gegend war einst von zahlreichen Rhinos bevölkert worden, die wie anderswo in Tansania mit Ausnahme von wenigen Exemplaren alle umgebracht worden waren.

Vogelperspektive: Spitzmaulnashorn im Grumeti-Gebiet |  Screenshot from Grumeti Fund

Vogelperspektive: Spitzmaulnashorn im Grumeti-Gebiet | Screenshot from Grumeti Fund

Unterdessen gibt es iim ostafrikanischen Land wieder ein paar kleine Nashorn-Populationen: an drei Orten in der Serengeti, worunter jene vom Freunde der Serengeti Schweiz (FSS) mit geschützte Gruppe bei den Moru-Kopjes, dann im Ngorongoro-Gebiet und in dem vom FSS ebenfalls unterstützten Gehege des Mkomazi-Nationalparks.

Der Tod von «Sambesi» werde den Wiederaufbau einer genetisch gesunden Nashornpopulation im eigenen Schutzgebiet nicht stoppen, schrieb Stephen Cunliffe, Exekutivdirektor des Grumeti Fund, in einer Medienmitteilung; «Wir dürfen den Mut oder den Blick auf das Gesamtbild und die Vision einer neuen Brutpopulation von frei lebenden Ostafrikanischen Spitzmaulnashörnern in der West-Serengeti nicht verlieren. Wir werden weiterhin eng mit der Aspinall Foundation zusammenzuarbeiten, um die Probleme zu verstehen, die zum frühzeitigen Tod von <Sambesi> beigetragen haben.»


Keine Transportprobleme bei der Zürcherin «Olmoti»

Glücklicher verlief der Transport von «Olmoti», der Spitzmaulnashornkuh, die bis 2015 im Zürcher Zoo lebte. 2014 geboren, wurde Sie zusammen mit der Mutter «Samira» aufgrund des Umbaus des damaligen Afrikahauses zuerst nach England ins Flamingo Land und später in den Zoo von Dvur Králové verlegt.

Im November 2018 wurde «Olmoti» im Rahmen des Europäischen Rhino-Erhaltungszuchtprogramms zusammen mit vier weiteren Ostafrikanischen Spitzmaulnashörnern nach Ruanda in den Akagera-Nationalpark geflogen. Der Transfer der fünf Rhinos wurde als der grösste Nashorntransport aller Zeiten von Europa nach Afrika bejubelt.

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Wildtiere werden zunehmend herum transportiert

Auch in Tansania selbst wird das immer mit grossem Stress verbundene Betäuben, Verladen, Transportieren und wieder Auswildern von Wildtieren zunehmend als etwas Normales betrachtet. So erklärte Hamisi Kigwangalla, der Minister für Natürliche Ressourcen und Tourismus, laut «The Citizen» (9. Juni 2019), der kritisierte Transfer von Wildtieren von einem Park in den anderen sei eine wissenschaftlich abgesicherte Methode.

Sie werden überall angewendet: «Wir haben dies schon in der Vergangenheit gemacht, und wir erwarten zehn Rhinos aus dem Ausland, welche eine Blutauffrischung ermöglichen.» Die bisherigen Überführungen seien erfolgreich verlaufen und das Wild gewöhne sich an seine neue Umgebung, versuchte der Minister die Bedenken zu zerstreuen.

Aktuell soll der neu erstellte Burigi-Chato-Nationalpark mit diversen Wildtieren aus anderen Parks belebt werden. Dass die Tiere aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissen werden, spielt offensichtlich keine Rolle. Der geplante Transfer wird als Spezialaktion angepriesen: Präsident John Magufuli stammt aus dem Gebiet. fss

Titelbild: Luftaufnahme Rhino | Screenshot von der Website Grumetifonds